Namenetymologie

 

Die Ermittlung der wörtlichen Bedeutung, bietet bei Familiennamen wir Bischof, Kaiser, Schön, Lang, Fuchs etc. keine Schwierigkeiten. Mithilfe von Wörterbüchern können auch viele heute nicht mehr allgemein verständliche Familiennamen erklärt werden. Etwa der FN Grempler, der sich von mhd. Grempen "Kleinhandel treiben, trödeln bzw. mhd. Grempeler "Kleinhändler" ableitet.

 

Grundbedeutung von Familiennamen

 

Oft ist es nicht einmal möglich, die Grundbedeutung eines FN festzulegen. Bei den FN Gimbel, Gimpel, Gümpel z.b. lässt sich nich entscheiden, ob sie auf die Vogelbezeichnung (mhd. Gümpel), die auch einen einfältigen Menschen bezeichnen kann, oder auf eine Koseform des alten dt. Rufnamen Guntbald, Gumbert, Gumprecht zurückgeht.

Die sprachliche Erklärung eines Namens kann auch dadurch erschwert werden, dass ein im Lauf der Zeit "sinnlos" bzw. "unverständlich" gewordener Name ein neuer Sinn unterlegt wird. Als der Rufname Frumholt (ahd. Fruma = Nutzen, Vorteil, Segen + ahd. walt = waltan = herrschen) nicht mehr vergeben und damit auch nicht mehr verstanden wurde, bemühten sich die Namenbenutzer darum, ihn wieder verständlich zu machen und zwar durch Anlehnung an Ihnen geläufige Wörter. So wurde eben aus Frumholt ein Frommhold oder gar Frommholz. Ausgehend von der wörtlichen Bedeutung versucht man bei der Namendeutung die vom Namengeber beabsichtigte Bedeutung eines Namens zu ermitteln. Da die Quellen in der Regel keine Auskunft über die Motibation der Namengebung enthalten, können die im Lexikonteil vorgelegten Erklärungen nur "Möglichkeiten" oder "Vorschläge" darstellen.

Wie kann z.b. der Name "Fuchs" gedeutet werden? Welche Anlässe haben möglicherweise zur Vergabe dieses Übernamens geführt? Die Schlauheit oder die rötliche Haarfarbe des Namensträgers, oder gar die Ausübung des Kürschnerberufs, das tragen eines Fuchspelzes, oder die Teilnahme an einer Fuchsjagd?
Vielleicht wohnte er auch in einem Haus, das "zum Fuchs" hieß? Eine Festlegung auf eine bestimmte Deutung ist in diesem Fall nicht, oder nur teilweise möglich, wenn man weiß, es gab so ein Haus, ansonsten sind die anderen Deutungen nicht genau zu bestimmen. Man muß sich also darauf beschränken, die verschiedenen Möglichkeiten aufzuzeigen. Eine wissenschaftlich fundierte Bedeutung ist nur im Einzelfall unter Heranziehung urkdl. Belege und unter Berücksichtigung der Geschichte möglich. Wenn ein Träger des Namens Bischof in Regensburg des 14. Jahrhunderts als Inhaber eines bischöflichen Lehens bezeugt ist, so liegt auf der Hand, dass dies für die Namensgebung ausschlaggebend war. Ohne diesen Nachweis, könnte es sich hierbei genauso gut um einen Übernamen für einen Menschen handeln, der eine gehobene Stellung hatte oder sich einer solchen anmaßte.

Beispiele, in denen einen genaue Bezeichnung möglich ist:
F. Semel (Semmel), Regensburg 1348, als Bäckergeselle urkdl. erwähnt;
Dietericus Dict. Stahel, Faber (genannt Stahl, Schmied, Strassburg 1301 urkdl. bezeugt;

Viele Familiennamen können nur dann richtig gedeutet werden, wenn man weiß woher sie ursprünglich stammten. Im nddt. Gebiet geht z.b. der FN Krüger auf den Beruf des Krugmachers bzw. Gastwirtes zurück. Eine andere Deutung ist hier nahezu ausgeschlossen. Würde man aber auf eine Herkunft im oberdt. Gebiet schließen, wäre der FN Krüger ein Krughändler oder Hersteller.

Eine große Rolle bei der Namengebung spielte auch die Zeit des Humannismus. Hier wurden dt. Namen ins lateinische oder griechische übersetzt, oder wurden mit einer lateinischen Endung versehen. Aus dieser Modeerscheinung finden sich heute, viele Namen. Aus dem lateinischen stammen u.a. Agricola (Bauer, Ackermann), Faber (Schmitt), Molitor (Müller) etc. Giechischer Herkunft wären Namen wie Neander (Neumann/Naumann), Jakobi, Martini (= lat. Entsprechungen von Jakobs, Mertens, Wilhelms). Durch die lateinische Enduung -ius erhielten zahlreiche Familiennamen einen klassischen Anstrich. Aus Dehl (KF von Dietrich) wurde Delius usw.

 

Umbenennungen

 

Namensänderungen waren zu Beginn der Neuzeit jederzeit möglich. Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks, hieß ursprünglich Henne Gensfleisch. Dem uns geläufigen Familiennamen Gutenberg liegt ein Mainzer Hausname zugrunde, der wiederum auf Familiennamen seiner Mutter zurückgeht. Erst vom ausgehenden 17. Jahrhundert an, setzten sich Behörden für die Beständigkeit und für die Unterbindung des Namenswechsels ein. Enptsprechende Verordnungen werden 1677 in Bayern, 1776 in Österreich, 1794 in Preussen erlassen. Feste Familiennamen werden in Friesland durch ein Dekret Napoleons im Jahr 1811 eingeführt.

QUELLE: DAS GROßE LEXIKON DER VOR- UND FAMILIENNAMEN
© 2001 BIBLIOGRAPHISCHES INSTITUT & F.A. BROCKHAUS AG

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