Hugenotten ist die seit ca. 1560 gebräuchliche Bezeichnung für die französischen Protestanten.

Im 16. und 17. Jahrhundert begann die Verfolgung der Hugenotten in Frankreich. Nach dem Inkrafttreten der französischen Verfassung 1791 und dem Ende der Verfolgung, setzte sich immer mehr die Bezeichnung Protestanten durch. Die französischen Protestanten stellen im vorwiegend katholischen Frankreich heute eine kleine Minderheit dar, die in der Reformierten Kirche von Frankreich organisiert ist.

Herkunft und Bedeutung

Es gibt zwei unterschiedliche Thesen:

I.
Eine Ableitung auf das franz. Wort aignos bzw. fnhd. (alemannisch) "Eidgenosse" (Verschworener, Verbündeter);

Im 16. Jh. " eygenot" als Bezeichnung für die Anhänger einer polit. Partei im Kanton Genf, die gegen die Annexionsversuche des Herzogs von Savoyen kämpften; In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wird es zunehmend im Sinne von "Protestant, Reformierter" verwendet. Möglicherweise stand auch der Genfer Freiheitskämpfer Besançon Hugues bei der Namensgebung Pate.

II.
Eine weitere Hypothese sieht den Wortursprung in der Bezeichnung „Huis Genooten“ (Hausgenossen) für flämische Protestanten, die im Geheimen die Bibel studierten; doch genau lässt sich die Herkunft des Wortes nicht herleiten. Sicher ist, dass der Name nicht als Eigenbezeichnung der Gläubigen, sondern als Spottbegriff entstand.

Hugenotten in Deutschland

1685 flüchten 44.000 - 50.000 Hugenotten nach Deutschland.

Davon siedelten sich ca. 20.000 Hugenotten in Brandenburg-Preußen an. Etwa 3000/4000 Hugenotten siedelten in Baden, Franken, Hessen-Kassel, Württemberg, in das Rhein-Main-Gebiet, in das heutige Saarland und in der Kurpfalz mit Zweibrücken.
1500 fanden in den Hansestädten und Niedersachsen eine neue Heimat.

Literatur:
Desel, Jochen: Hugenotten. Französische Glaubensflüchtlinge in aller Welt; Bad Karlshafen: Dt. Hugenotten-Gesellschaft, 20052; ISBN 3-930481-18-9
Dölemeyer, Barbara: Die Hugenotten; Urban-Taschenbücher 615; Stuttgart: Kohlhammer, 2006; ISBN 3-17-018841-0
Gresch, Eberhard: Die Hugenotten. Geschichte, Glaube und Wirkung; Leipzig: Evangelische Verlags-Anstalt, 2005; ISBN 3-374-02260-X

Einige bekannte Hugenotten:
Theodor Fontane (1819-1898), Deutscher Schriftsteller und Poet
Kylie Minogue (* 1968), Australische Sängerin
John D. Rockefeller (1839-1937), US-amerikanischer Unternehmer

Links:

Deutsche Hugenotten-Gesellschaft
http://www.hugenotten.de/

Deutsches Hugenottenmuseum, Bad Karlshafen
http://www.hugenottenmuseum.de/

Ob Ihr Name einen hugenottischen Ursprung hat, können Sie bei der Dt. Hugenotten-Gesellschaft (s. Link) erfragen.

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